Haus am Wasserfall

Umbau Wohnhaus

 

Kunde | Privat

Ort | Betlis

Zeitraum | 2024-2026

Leistungen | Entwurf, Baueingabe, Planung, Ausführung, Bauleitung

Zwischen See, Hang und alpiner Landschaft liegt das Wohnhaus Betlis, ein historisches Kulturobjekt mit einzigartigem Charakter. Der Umbau folgt dem Anspruch, den Bestand achtsam weiterzudenken, seine ursprüngliche Substanz freizulegen, zu stärken und in die Gegenwart zu übersetzen.

Das Projekt wurde von atelier achtundzwanzig von der ersten Idee bis zur Fertigstellung vollständig begleitet. Baueingabe, Planung, Ausführung und Bauleitung aus einer Hand. In enger Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden, der Bauherrschaft und den beteiligten Handwerksbetrieben entstand so ein Wohnhaus, das Geschichte bewahrt und zugleich neue Lebensqualität bietet.

Ausgangspunkt war eine sorgfältige Auseinandersetzung mit der bestehenden Struktur. Raumhöhen, Materialien, Oberflächen und handwerkliche Details wurden analysiert, bewertet und, wo möglich, erhalten. Unsere Eingriffe konzentrieren sich auf das Wesentliche und folgen einer klaren Haltung: Bestehendes bewahren, Fehlendes ergänzen, Neues präzise einfügen.

Ein zentraler Aspekt des Umbaus war die Reaktivierung der ursprünglichen Materialität. Historische Bohlenböden und Strickwände wurden freigelegt und aufgearbeitet, Täferflächen selektiv erhalten und in neuer Form integriert. So bleibt die Geschichte des Hauses sichtbar und spürbar.

Gleichzeitig haben wir die technischen Anforderungen und heutigen Wohnbedürfnisse sensibel eingebunden. Eine erweiterte Wandheizung sorgt nun für gleichmässige, unsichtbare Wärmeverteilung, ohne die räumliche Wirkung zu beeinträchtigen. Natürliche Materialien wie Lehm und Sumpfkalk schaffen ein diffusionsoffenes, atmungsaktives Raumklima. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Stückholzheizung im benachbarten Schopf, verbunden über unterirdisch geführte Fernleitungen.

Auch in der Raumstruktur wurden gezielte Anpassungen vorgenommen, um die Nutzung zu optimieren und zusätzliche Funktionen zu integrieren. Bestehende Räume wurden neu organisiert, technische Zonen sorgfältig eingeordnet.

Das Farb- und Materialkonzept orientiert sich an der historischen Substanz und öffnet sich zugleich zur umgebenden Landschaft. Helle, pastellige Töne treffen auf mineralische Oberflächen und unbehandelte Materialien, das Ergebnis ist eine Atmosphäre, die Frische und Wärme zugleich ausstrahlt. Unser Ziel war, keine neuen Kontraste zu schaffen, sondern eine natürliche Lebendigkeit entstehen zu lassen, die das Haus in der Gegenwart ankommen lässt, ohne seinen Charakter zu verlieren.

Neue Elemente sind klar und zeitgemäss gestaltet. Sie treten nicht in Konkurrenz zum Bestand, sondern setzen bewusste, präzise Akzente, durch klare Linien, feine Details und eine Materialwahl, die dem Raum Leichtigkeit verleiht.

Fotografie: Mäx Känzig

 

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